Politikersprech 1

Gestern hat sich die FDP dafür entschieden eine Transfergesellschaft für Schlecker nicht zu unterstützen. Es gibt dafür nachvollziehbare Gründe und das darf jeder sehen wie er mag.
Was aber nicht geht ist was der (noch) FDP Parteivorsitzende und (noch) Wirtschaftsminister dann gesprochen hat:

Jetzt gilt es für die Beschäftigten – mehr als 10.000 vornehmlich Frauen, einzelne Mütter und ältere Frauen – schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden

Besonders das Wort „Anschlussverwendung“ ist Politikersprech in Reinkultur. Es umschreibt das die Beschäftigten sich nun dem Diktat der Bundesagentur für Arbeit unterwerfen müssen, erstmal Arbeitslos sind und sich einen neuen Job suchen müssen. Das Wort verschleiert dabei die Abgründe, weniger Geld weil Arbeitslos, den Druck neue Arbeit zu finden und die Angst keinen Job zu finden (weil siehe im Zitat, Mütter und ältere Frauen). Tja mal eben das Schicksal von 11000 Menschen beeinflusst und das ganze eloquent im Wahlkampf Modus abarbeiten, Empathie Fehlanzeige.

Für Politiker ist die Anschlussverwendung ja kein Problem, Übergangsgeld und Angebote aus der Wirtschaft machen das Leben nach dem Mandat planbar und sicher.

Der Wähler hätte wohl gerne die Option, Abwahl ohne Netz und Doppeltem Boden.

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